Sorgensteine

In den Sorgensteinen sind kleine Mahlsteine. Und das hat folgenden Grund: Wenn Du dem Stein all Deine Sorgen erzählt hast, ist er irgendwann voll... Dann schüttelst Du den Stein kräftig und die Sorgen sind weg. Jetzt passen wieder viele neue Sorgen hinein!

 

 

 

 

Die Geschichte von Sorgensteinen

 

Damals gab es ein Land in Phantasien, in dem eigentlich alles normal war. Das Wetter war wechselhaft, die Leute hatten Arbeit, die Kinder tobten, wie alle Kinder - also, ein wirklich normales Land. Sicher, mal regnete es zur falschen Zeit oder die Fische bissen nicht richtig oder die Kinder gehorchten nicht.
Aber in einem unterschieden sich die Bewohner dieses Landes von anderen Leuten. Niemand klagte, beschwerte sich oder lamentierte. Und wenn doch mal einer was sagte, dann erwiderte ein anderer: "Erzähl das deinem Sorgenstein". Ja, es waren recht glückliche Menschen - nicht, daß sie keine Probleme hätten, aber eines unterschied sie von anderen Leuten. Jeder hatte seinen Sorgenstein ! -

Und das kam so:

Früher waren auch hier die Menschen voll von Sorgen und Problemen und jeder erzählte sie jedem, der auch wieder Sorgen hatte und es kam häufiger zu Widerworten und auch zum Streit. Man fühlte sich überfordert, auch noch zu seinen eigenen Sorgen die Probleme der anderen anzuhören. Die Menschen waren oft mißmutig und übel gelaunt.
Eines schönen Tages nun geht ein Fischer von Sorgen und Zorn erfüllt, zum Strand hinunter. Er sammelte eine Hand voll Steine und warf sie so weit er konnte, hinaus ins Meer. Doch kurze Zeit später warfen die Wellen sie wieder an den Strand und sie trudelten ihm vor die Füße. Immer noch wütend hob er den ersten der zurückrollenden Steine hoch und mit einer ausladenden Bewegung wollt er ihn wieder ins Meer werfen. Doch da hörte er plötzlich eine Stimme: "Halt, so kommst du nicht weiter."

 

Erstaunt nahm der Fischer den Arm herunter und bemerkte, daß der Stein in seiner Hand diese Worte sprach. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er den Stein an. "Ihr tut mir leid", sagte der Stein und sah den Mann an, "und deswegen werde ich euch und den Menschen in eurem Lande helfen." Er schmunzelte ein wenig.

 

"Ich bin ein Sorgenstein.
Du kannst mir all deine Nöte und Probleme anvertrauen -
ich verrate nichts.
Du kannst mir alles sagen, ich widerspreche dir nicht!
All deine Sorgen bleiben in mir verschlossen - ich werde schweigen."

 

Dann rollte der Stein seine kleine Stirn in Falten und flüsterte so leise, daß unser Fischer den Stein an sein Ohr halten mußte, um auch die letzten Worte zu verstehen.

 

"Ich habe dir nun alles gesagt und ich werde auch nie wieder sprechen Glaub mir, deine Sorgen werden durch mich nicht unbedingt weniger, aber du hast jetzt mich, um in aller Ruhe darüber zu sprechen und nachzudenken. Nimm all die Steine um dich herum und gebe sie den Menschen in deinem Land. Es wird euch besser gehen."

 

Gesagt, getan! Und schon nach kurzer Zeit wurden die Menschen glücklicher und fröhlicher und wenn sich dann doch einer mal grämte, dann hieß es:

 

Erzähl das Deinem Sorgenstein !

 

von Birgit Groth  © 1996 Rüspel

 

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